über 50 Jahre Lebenshilfe in Heilbronn

Chronik

 

Am 23. November 1958 wurde durch Tom Mutters der Bundesverband der Lebenshilfe gegründet.

 

Bereits zwei Jahre später entsteht die Lebenshilfe in Heilbronn.

Die Initiative ging von Emma Thoma, selbst Mutter eines Kindes mit geistiger Behinderung, aus. Sie hatte im Radio über die Lebenshilfe gehört und daraufhin Kontakt zu Tom Mutters aufgenommen. Der Lebenshilfegründer ermutigte Frau Thoma in Heilbronn einen Ortverein der Lebenshilfe aufzubauen.

Am 08. Oktober 1960 gründen 49 Eltern, Angehörige, Fachleute und engagierte Bürger den Ortsverein Heilbronn mit dem Vereinsnamen: Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind Ortsstelle Heilbronn.

 

In den ersten Jahren standen die gegenseitige Unterstützung und der Informationsaustausch der Eltern sowie erste gemeinsame Freizeitaktivitäten im Vordergrund.

Selbsthilfe nach dem Motto: Eltern für Eltern.

 

Als die Lebenshilfe gegründet wurde gab es für Kinder mit geistiger Behinderung keine Schulpflicht, sie galten als nicht bildungsfähig. In der Öffentlichkeit wurde Bildung mit Lesen, Schreiben und Rechnen gleichgesetzt. Die Lebenshilfe stellt dem die „lebenspraktische Bildbarkeit“ entgegen und setzt sich für das Bildungsrecht und damit für die Schulpflicht geistig behinderter Kinder ein.

 

Im Juli 1964 beschließt der Heilbronner Gemeinderat die Schaffung einer „Sonderschule für bildungsschwache Kinder“. Mit dem Schuljahr 1966/67 nimmt die Paul-Meyle-Schule Heilbronn ihre Arbeit auf. Lebenshilfemitglieder setzen sich für einen Schulbus zur Sonderschule ein, dieser fährt im September 1966 erstmalig.

 

Der Landkreis Heilbronn beschließt im Oktober 1966 den Aufbau von Sonderschulen in Lauffen (Kaywaldschule) und Neckarsulm (Astrid-Lindgren-Schule). Jahre vorher war, auf Initiative des 1. Vorsitzenden der Lebenshilfe in Heilbronn, Willy Kimm, die erste Sonderschule  Baden-Württembergs in Neckarsulm gegründet worden.

 

Nach intensiver Vorbereitung auch durch den Vorstand der Lebenshilfe wird am im Januar 1967 die Beschützende Werkstätte als Einrichtung der Diakonie gegründet.

 

Der Gemeinderat der Stadt Heilbronn beschließt im April 1967 die Schaffung eines Sonderkindergartens, dieser wird der Paul-Meyle-Schule angeschlossen.

 

Die bisher sporadischen Freizeitaktivitäten werden strukturiert. Im Dezember 1968 startet die erste Freizeitgruppe „Schwimmen“ der Lebenshilfe.

 

Auf Initiative der Lebenshilfe und der Sonderschule findet im April 1969 die erste Konfirmation und Kommunion für geistig Behinderte in Heilbronn statt mit anschließender konfessionsübergreifender Kaffeetafel.

                       

Im November 1969 wird Tagesstätte für Schwerstbehinderte eingeweiht. Dafür haben sich die Lebenshilfe, Sonderschule und Beschützende Werkstätte eingesetzt.

 

Die Kinder der Lebenshilfe Mitglieder werden älter. Das soll im Vereinsnamen deutlich werden. Im Oktober 1972 beschließt Mitgliederversammlung die Änderung des Vereinsnamens in: Lebenshilfe für geistig Behinderte e.V. Im Juni 1976 wird dem neuen Namen Ortsvereinigung Heilbronn hinzugefügt.

                       

Sinnvolle und strukturierte Freizeitaktivitäten werden immer wichtiger. Im Juni 1982 starten die neu geschaffenen Freizeitgruppen der Lebenshilfe. Das Angebot umfasst: Singen und Spielen, Wandern, Gymnastik, Kochen, Schwimmen, Tanzen.

 

Im April 1994 beschließt die Mitgliederversammlung die Änderung des Vereinsnamens in: Lebenshilfe für geistig Behinderte Heilbronn

 

Generationswechsel im Vorstand im März 1996:          

Petra Pfeilsticker wird zur 1. Vorsitzenden gewählt. Pfarrer Bechstein, seit der Gründung der Lebenshilfe in Heilbronn im Vorstand und von 1976 – 1996 Vereinsvorsitzender, scheidet aus dem Vorstand aus.

Der neue Vorstand führt regelmäßige Vortragsveranstaltungen zu aktuellen Themen ein, sowie Gesprächskreise für Eltern und den mehrmals jährlich erscheinenden Infobrief für Mitglieder.

Erstmals wird die Arbeit der Lebenshilfe nicht ausschließlich ehrenamtlich geleistet. Eine Angestellte übernimmt organisatorische Aufgaben.

 

Im Juli 1998 werden die Offenen Hilfen Heilbronn als gGmbH auf Initiative der Lebenshilfe gegründet.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Beschützende Werkstätte Heilbronn, die Evang. Stiftung Lichtenstern und die Lebenshilfe in Heilbronn jeweils eigene „Familienentlastende Dienste“ und Freizeitangebote für Menschen mit geistiger Behinderung.

Gesellschafter der Offenen Hilfen sind: Beschützende Werkstätte, Evang. Stiftung Lichtenstern, Lebenshilfe Eppingen und die Lebenshilfe in Heilbronn.

 

Prof. Dr. Walter Hellerich, ehemaliger Rektor der Hochschule Heilbronn, übernimmt das Amt des 1. Vorsitzenden im September 2002.

           

Nach langer Vorarbeit eröffnen im Juli 2004 die „Frühen Hilfen – Interdisziplinäre Frühberatungs- und Frühförderstelle Heilbronn gGmbH“.

Die  Gründung der Frühen Hilfen wurde durch das Engagement von Prof. Dr. Walter Hellerich und Petra Pfeilsticker, 2. Vorsitzende der Lebenshilfe in Heilbronn und Dr. Kurt Klappenecker, Leiter der Evang. Stiftung Lichtenstern, ermöglicht.

Mit der Evang. Stiftung Lichtenstern und der Lebenshilfe Eppingen ist es der Lebenshilfe in Heilbronn gelungen zwei weitere Gesellschafter für die Frühen Hilfen zu gewinnen.

 

Ebenfalls 2004 eröffnet im Oktober das Kurzzeitwohnen auf dem Friedrichshof als

Kurzzeitpflegeeinrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung jeden Alters.

Die Evang. Stiftung Lichtenstern hat die Idee des Arbeitskreises für Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen der Lebenshilfe in Heilbronn umgesetzt, sodass ein wohnortnahes Kurzzeitpflegeangebot für Menschen mit geistiger Behinderung entstanden ist.

 

Im April 2006 scheidet der 1. Vorsitzende Prof. Dr. Walter Hellerich aus Altersgründen aus dem Vorstand aus, Martina Wieland übernimmt das Amt.

 

Eröffnung der unabhängigen „Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung“ im September 2007 im Zentrum Heilbronns. Die Beratungsstelle versteht sich als Anlaufstelle für Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen.

 

Mitgliederversammlung beschließt im April 2008 die Änderung des Vereinsnamens in: Lebenshilfe Heilbronn-Franken e.V.

Die Lebenshilfe, auch auf Landes- und Bundesebene, sieht sich als Organisation für Menschen mit Behinderung und nicht mehr ausschließlich für Menschen mit geistiger Behinderung. Da die Problematiken und Fragestellungen bei Menschen mit Behinderungen grundsätzlich ähnlich sind.

 

2010 feiert die Lebenshilfe in Heilbronn Ihr 50 jähriges Jubiläum mit einer großen Festveranstaltung im September 2010 in der Kreissparkasse Heilbronn. Der damalige Ministerpräsident, Stefan Mappus, hält die Festrede, als Zeichen der Wertschätzung für die Arbeit der Lebenshilfe in Heilbronn.

Auf vielen Veranstaltungen wurden bemalte Hühner zugunsten der Lebenshilfe verkauft. Die Hühner wurden Schülern verschiedener Schulen Heilbronns und der Sonderschulen der Region gestaltet, sowie von Prominenten, Künstlern und Freunden der Lebenshilfe in Heilbronn.